Martin Ptak & Ensemble feat. Okkyung Lee | Österreich/USA/Südkorea | River Tales
Martin Ptak | Klavier, präpariertes Klavier, Electronics
Matthias Jakisic | Violine
Lena Fankhauser | Viola
Okkyung Lee | Violoncello
Martin Riener, Christian Radovan, Phil Yaeger | Posaune
Erik Hainzl | Bass-Posaune & Tuba
Albin Janoska | live sampling & Rhodes
SIDF | bildkonzept

Die einzigartige Atmosphäre des gotischen Kirchenraumes – inklusive der Tatsache, dass dieser unter Joseph II säkularisiert wurde – stellt für alle KünstlerInnen, die hier auftreten, eine besondere Inspirationsquelle dar. Die Konzerte im Klangraum werden ganz speziell für diesen Ort konzipiert, und die Berücksichtigung des Raumes ist ein essenzieller Bestandteil unserer Kompositionsaufträge. Bedenken wir dazu, dass wenige Meter weiter die Donau vorüberfließt, haben wir weitere Bezugspunkte für die Entstehung neuer Musik: Angeregt von einer Region, die seit Jahrtausenden von Menschen bewohnt und gestaltet wird, immer den Strom im Blick, als Verbindung und Transportweg gleichwie zu überwindendes Hindernis, kann hier zeitgemäße Kunst die Geschichte weitererzählen und fortschreiben.

Martin Ptak ist in vielerlei Hinsicht ein geeigneter Künstler für solche Aufgaben. Das fängt mit seiner Herkunft an: Er ist, ein paar Kilometer vom Klangraum entfernt, in Paudorf aufgewachsen, auf der anderen Seite der Donau. Weiters hat der mit je einem Konzert-Diplom für Klavier und Posaune ausgestattete Ptak zu einer Klangsprache gefunden, die beständig „im Fluss“ zu sein scheint und sich dabei bevorzugt in Grenzbereichen aufhält. Nicht zufällig heißt eine seiner, auch auf CD dokumentierten Arbeiten „Twilight Street“. Dass er sich dabei niemals einem bestimmten Genre zuordnen ließ, hindert den Vielbeschäftigten nicht daran, sich von den unterschiedlichsten Formen beeinflusst zu zeigen. Filmmusik habe ihn seit jeher fasziniert, was den Schluss zulässt, dass auch Ptaks konzertante Ideen sich mit (inneren) Bildern in Verbindung bringen lassen. Naheliegend war es daher von Anfang an, ein ausgeklügeltes Lichtkonzept als Teil der Komposition einfließen zu lassen. Der Besetzungsliste lässt sich entnehmen, dass diese Uraufführung gewisse instrumentale Grundfarben beinhaltet: Bläser, Streicher, Klavier, dies allerdings in maximaler Vielfalt und ebenso erstklassig wie international besetzt. Mittels Live-Sampling und weiteren Bearbeitungs-Methoden ist für farbliche Auffächerung gesorgt. Besonders erwähnt sei hier Okkyung Lee als Solistin. Die koreanische Cellistin verbindet traditionelle Musik ihrer Heimat ebenso wie Jazz, und überhaupt "Klänge aller Art" zu einer ungemein originellen und gleichzeitig universal verständlichen Klangsprache.
Eine Auftragskomposition von Radio Ö1 und dem Land Niederösterreich / Abteilung Kunst und Kultur


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